Nachruf Rösel Kopansky

Kommunales

Reinhard Reibsch

Liebe Angehörige, liebe Trauergemeinde,

wir verabschieden uns heute von Rösel Kopansky, einer im Ortsverein Böl-Iggelheim in vielfältiger Weise engagierten Sozialdemokratin.

Rösel Kopansky ist im Jahr 1977 Mitglied der sozialdemokratischen Partei geworden und wir hätten sie gerne in diesem Jahr, wie es bei uns üblich ist nach einer solch langen Mitgliedschaft, für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Im Jahr 1977, dem Jahr ihres Beitritts wurde sie zur Vorsitzenden des Ortsvereins gewählt und wurde in dieser Funktion bis zum Jahr 1992 immer wieder bestätigt. Ihr soziales Engagement in der Gemeinde hatte damit einen politischen Platz gefunden, dem sie bis zu ihrem Tod treu geblieben ist.

Ihre politische Überzeugung führte sie konsequenterweise auch in Wahlämter auf lokaler und regionaler Ebene. Bei den Gemeinderatswahlen im Jahr 1979 wurde Rösel Kopansky für die SPD in den Gemeinderat gewählt und blieb Ratsmitglied nach ihrer Wiederwahl bis zum Jahr 1988. Im Mai 1988 wurde sie vom Gemeinderat zur 2. Beigeordneten der Gemeinde gewählt – 1989 wurde sie dann zur 1. Beigeordneten gewählt und blieb dies bis zum Oktober 1995. Ein besonderer Verdienst von Rösel Kopansky ist die Einrichtung und der Aufbau der „Kleiderstube“, die als gemeinschaftliche Einrichtung die Möglichkeit zum Erwerb von gespendeten Kleidungsstücken zu günstigen Preisen bietet. Die „Kleiderstube“ war ihr immer besonders wichtig, nicht nur wegen der günstigen Versorgung, sondern auch weil sie Möglichkeiten zur Beteiligung vor allem der Mitbürgerinnen bot und die Verlaufserlöse zusätzlich für soziale Unterstützung und Vereine in Böhl-Iggelheim genutzt werden konnten. In den letzten Jahren war dies auch für die Unterstützung von Geflüchteten eine gute und wichtige Hilfe.

Rösel Kopansky engagierte sich aber auch über die Gemeinde hinaus, als Mitglied im Kreisausschuss des heutigen Rheinpfalz-Kreises und als Schöffin in der Gerichtsbarkeit. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit wurde sie mit der Landesehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Ein besonderes Anliegen war ihr immer das Eintreten und Aufstehen gegen Benachteiligung und Zurücksetzung von Menschen in unserer Gesellschaft.

Als langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in der SPD in Böhl-Iggelheim war ihr die Gleichstellung von Männern und Frauen ein wichtiges Anliegen. Angesichts der Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern wissen wir, dass dies ein Thema ist, das Mitstreiterinnen, wie sie auch künftig nötig hat.

In die Amtszeit als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins fielen mehrere Wahlen und die damit verbundenen Wahlkämpfe nicht nur für die Wahlen zum Gemeinderat oder Kreis- und Bezirkstag, sondern auch zum Land- und Bundestag und zum Europäischen Parlament bei denen sich der Ortsverein engagierte. „Rösel gehörte (mit ihrem Harry) zu den treuesten und zuverlässigsten Genossinnen und Genossen des Ortsvereins. Ihr soziales Engagement als AsF-Vorsitzende war bewundernswert!“ So hat die Bundestagsabgeordnete der SPD für den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal, sie beschrieben. Dem ist wenig hinzuzufügen. Rösel Kopansky war auch in den letzten Jahren nach dem Ausscheiden aus ihren gewählten Ämtern aktiv an der Arbeit der SPD beteiligt. An Mitgliederversammlungen und den internen Entscheidungen hat sie sich weiter aktiv beteiligt und die politische Entwicklung aufmerksam verfolgt. Sie stand dabei immer mit Ratschlägen und Kommentaren zur Verfügung, wenn sie gefragt wurde, betonte aber auch, dass jede Zeit und Generation ihre eigenen Antworten finden muss. Die Unterstützung für die AsF war ihr dabei besonders wichtig.

Wir verneigen uns vor dem sozialen Engagement und der Lebensleistung von Rösel Kopansky für die Menschen hier in Böhl-Iggelheim und danken ihr für ihre jahrzehntelanges Engagement in der SPD. Oft wird gesagt, dass für engagierte und erfolgreiche Männer, die starke Unterstützung ihrer Partnerinnen eine wichtige Rolle gespielt hat. Bei Rösel Kopansky trifft dies in übertragener Weise zu. Wir wissen, dass ihr Mann Harry Kopansky für und bei ihren vielen Aufgaben eine wichtige Rolle gespielt hat, ohne die vieles nicht möglich gewesen wäre.

Rösel hat viele Spuren hinterlassen und einen sehr praktischen und wichtigen Beitrag in der Gesellschaft geleistet. Dafür gebühren ihr unser Dank und unsere Anerkennung. Der Ortsverein hat ihr Wirken bereits in seiner Chronik zum 100-jährigen Gründungsjubiläum gewürdigt. Wir werden ihr Andenken und ihre Leistungen in bester Erinnerung für die Zukunft bewahren.

 
 

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