Baubeginn des Nettomarktes

Veröffentlicht am 14.01.2021 in Kommunales
 

Besser regional

Zum Baubeginn möchten wir nochmals die Argumente der SPD darstellen. Wir werden die Bebauung kritisch begleiten, da vieles, besonders die Verkehrsführung auf dem Gelände noch ungeklärt sind.

  1. Einzelhandelskonzept, wo der Standort erstmals erwähnt wurde, wurde erstellt wg. der Erweiterung von Wasgau und Lidl
  2. Zu der Zeit gab es den Nah und Gut in Böhl noch und die Flächen am Bahnhof, jetzt Presswerk kamen auch noch in Frage, an die Lessingstraße haben wir alle im Rat nicht ernstlich gedacht, da sollten wir uns alle ehrlich machen
  3. Erste Anfrage zum Bau eines Marktes an der Lessingstraße hatte sich zerschlagen
  4. Dann die Anfrage des Netto Entwicklers Ratisbona zur Fläche Lessingstraße für einen Markt
  5. Wir haben das erst einmal kritisch gesehen und nach Alternativen gesucht, u.a. das Markthaus in Mannheim für einen kleinen Markt im Ortskern
  6. Bürgerversammlung auf unseren Antrag:
    1. Ratisbona erklärt auf Nachfrage, dass es eine Marktsättigung mit Lebensmittelmärkten gibt und dass es ein Verdrängungswettbewerb geben wird, der mit dem Marktaustritt eines Bewerbers enden wird, wohl Penny
    2. Wir stellen das Konzept des Markthauses vor
    3. Herr Andrea Scherrer erklärt in der Versammlung, dass es absurd ist, wenn an der Landesstraße alle 500 m ein Lebensmittelmarkt sein wird.
  7. Gemeinderatssitzung; Markthaus erklärt, dass Rewe eine Marktanalyse durchgeführt hat, die ergibt, dass ein weiterer Markt keinen Sinn macht
  8. Abstimmung 12 dagegen 13 Ratsmitglieder für den neuen Markt
  9. Die SPD Fraktion stellt sich nach dieser Abstimmung nicht gegen den weiteren Verfahrensablauf, jedoch müssen wir am Ende des Verfahrens feststellen, dass Einwände, auch von Bürgern, sogar vom Landesbetrieb Mobilität (Beispiel Linksabbiegerspur), alle Fragen zum Begegnungsverkehr im Parkplatzbereich, Anlieferverkehr, Schleppradien, Lärm, Lärmschutzwand, Oberflächenwasser…, um nur einige aufzuzählen – keine Berücksichtigung gefunden haben
  10. Auch war auf die Kleinflächigkeit des Marktes abgehoben worden: 800 m2, nun kommt noch ein Backshop hinzu und die Erweiterung scheint mir doch etwas schwammig geregelt
  11. Noch eine kleine Anmerkung am Rande, die Fläche, die zuerst als Grünfläche vorgesehen war, wird nun auch bebaut: Ratisbona kauft für 60€, die Gemeinde kauft den m2 für 160€, wir sind nicht gegen Gewinne, aber nicht auf Kosten des Steuerzahlers
  12. Am Ende des Prozesses noch der große Zusammenhang: Seit Wochen erleben wir die Demos der Jugend „ Friday for furture“ Wenn Politiker noch ihr Handeln überblicken können, dann sind wir es in der Gemeinde, stehenden Fußes versiegeln wir Fläche, gutes Ackerland, da müsste besonders einem Großbauern am Ratstisch das Herz bluten, gleichwohl wir wissen, dass es einen Marktaustritt und Leerstand, vermutlich von Penny geben wird.
  13. Das zerging uns auf der Zunge: Zur Ansiedlung des Edeka in Dannstadt schrieb unsere Gemeinde in einer Stellungnahme: Böhl-Iggelheim ist dagegen, da es zu einem Marktaustritt von Penny kommen könnte.
  14. Handeln wir vernünftig: suchen wir nach Alternativen: mehr Bürgerbus, vielleicht bei den Hofverkäufen in Böhl ein Angebot an Milchprodukten, seien wir kreativ und handeln zukunftsorientiert.
  15. Die SPD stimmte nach sorgfältiger Abwägung gegen die Ansiedlung des Netto Marktes.

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